1. Die Beugung der sächlichen Hauptwörter unterscheidet sich von der Beugung der männlichen Hauptwörter dadurch, daß der 4. Fall (akuzatiw) stets mit dem 1. Fall (nominatiw) formgleich ist und der 3. Fall statt der Endung -ej die Endung -u besitzt.
2. Der 1. Fall hat gewöhnlich die Endung (kóncowka) -o, seltener und nur nach weichem Mitlaut (konsonant) die Endung -e, z. B. koleso ,Rad, Fahrrad`, zbo¾o ,Glück`, ranje ,Morgen`.
3. Der 6. Fall (lokatiw) endet auf u, wenn davor ein weicher Mitlaut oder k, h, ch, c, s, z steht, z. B. na brjohu ,am Ufer`, na kolesu ,auf dem Fahrrad`. Sonst ist die Endung -e, vor dem der Mitlaut erweicht wird, z. B. wokno --> na woknje ,am Fenster`.
4. Wir erhalten folgendes Beugungsmuster:
| harter Stamm 1 | harter St. 2 | weicher St. 1 | weicher St. 2 | |
|---|---|---|---|---|
| nom. | wokno | koleso | zbo¾o | ranje |
| gen. | wokna | kolesa | zbo¾a | ranja |
| dat. | woknu | kolesu | zbo¾u | ranju |
| ak. | wokno | koleso | zbo¾o | ranje |
| ins. | z woknom | z kolesom | z zbo¾om | z ranjom |
| lok. | na woknje | na kolesu | na zbo¾u | na ranju |
1. Mit großer Freude singt Peter ein sorbisches Lied. 2. Johannes ärgert Martin seines Namens wegen. 3. Der fleißige Großvater arbeitet vom Morgen bis zum Abend. 4. Über den Namen des Königs liest der kleine Peter viel in dem interessanten Buch. 5. Mit Wohlgefallen schaut sich der Großvater den Birnbaum im Garten an.
5.xt Die Umstandswörter (adwerby) werden statt der Eigenschaftswörter verwendet, wenn es nicht um die Eigenschaft eines Gegenstands oder einer Person, sondern einer Handlung geht, z. B. holca je rjana ,das Mädchen ist schön` (Eigenschaftswort), aber holca rjenje spìwa ,das Mädchen singt schön` (Umstandswort). Die Umstandswörter werden nicht gebeugt.
6. Die von den Eigenschaftswörtern abgeleiteten Umstandswörtern (adwerby) enden gewöhnlich auf -e, vor denen der Mitlaut erweicht wird, z. B. podobny ,ähnlich` --> podobnje, skromny ,bescheiden` --> skromnje. Handelt es sich bei dem Mitlaut um k, h, ch, s, c, z, so ist die Endung -o, z. B. wysoki ,hoch` --> wysoko, suchi ,trocken` --> sucho, horcy --> horco. Ansonsten erscheint die Endung o nur sporadisch, z. B. æop³y ,warm` --> æop³o, tu¾ny ,schwül` --> tu¾no.
7. Die von den Eigenschaftswörtern auf -ski abgeleiteten Umstandswörter können auf zwei Arten gebildet werden: serbski --> serbsce und serbski: Jana serbsce mó¾e oder Jana serbski mó¾e ,Jana kann sorbisch`. Die Bildungen auf -ski sind älter und in der heutigen Sprache weniger gebräuchlich.
8. Unregelmäßig sind die Umstandswörter derje zu dobry ,gut`, rjenje zu rjany ,schön`, wjesele zu wjeso³y ,fröhlich` und wulce zu wulki ,groß`.
6. Johanna ist lieb.-- Johanna streichelt lieb die Katze. 7. Peter ist ein guter Freund.-- Peter singt gut. 8. Das ist eine breite Straße.-- Martin schreibt sehr breit. 9. Das ist kein sorbischer Lehrer.-- Johannes schreibt nicht sorbisch. 10. Das ist das richtige Haus.-- Das ist richtig. 11. Das ist kein heißer, sondern ein sehr kalter Kuß.-- Im März ist es noch nicht heiß, sondern kalt. 12. Einen jungen Lehrer möchte der kleine Martin nicht. -- Johannes ist noch sehr jung. 13. Das ist aber ein trauriges Lied.-- Die Großmutter ist traurig, weil sich der Großvater nicht rasiert. 14. Das ist eine besondere Fledermaus, denn sie singt.-- Die Fledermaus singt aber nicht besonders. 15. Ein hungriger Schwan will Janas frisches Brötchen. -- Auch der Ziegenbock schaut hungrig auf das Brötchen.
lìæo n Sommer; druhdy adw manchmal; samo adw sogar; powìdaæ ip erzählen; wnuk m Enkel; bajka f Märchen; Krabat m Krabat (sorb. Sagengestalt); nowy adj neu; nìmski adj deutsch; koleso n Rad, Fahrrad; wobchod m Geschäft, Laden; bórze adw bald; podobny adj ähnlich; wjedro n Wetter; ka¾ rel wie (in Vergleichen); wèera adw gestern; zaso adw wieder; tu¾ny adj schwül; suchi adj trocken; cy³y adj ganz; wjeso³y adj fröhlich, froh; juskaæ ip jauchzen; tak adw so; wótøe adw laut; dowol m Urlaub; Bo¹æij m Sebastian; skromny adj bescheiden; stan m Zelt; puæ m Weg; po puæu adw unterwegs; rjany adj schön; poèas m Jahreszeit; dokel¾ kon weil, da; hi¾o adw schon, bereits; æop³y adj warm; Janka f Jana (Dimin.); kraj m Land; rano adw morgens; stawaæ ip aufstehen; skerje adw eher; zaspanc m Langschläfer; hewak adw sonst; dale adw weiter; mjechki adj weich; posle¹æo n Federbett; wuèerka f Lehrerin; hod¼ina f Stunde; lìni adj faul; domoj adw nach Hause
16. W lìæu je æop³o, druhdy samo jara horco. 17. D¼ìd powìda lubemu wnukej serbsku bajku wo Krabaæe. 18. D¼ìd a wowka njepowìdatej z wnukom nìmsce, ale serbsce. 19. Mìræin trjeba nowe koleso. 20. W Budy¹inje wuhlada we wulkim wobchod¼e rjane módre. 21. Ma³a Hanka æetu wopyta a chce z æetu te¾ hi¾o serbsce powìdaæ. 22. Hanka je jara pilna a chce bórze te¾ serbsce pisaæ a èitaæ móc. 23. D¼ensa je podobne wjedro ka¾ wèera, dokel¾ je zaso jara tu¾no. 24. Te¾ w zahrod¼e je sucho. 25. Cy³y d¼eñ ma³a Hañ¾a a ma³a Janka wjesele po zahrod¼e bìhatej, skakatej a juskatej. 26. Maæerka wo³a: ,,Nic tak wótøe!`` 27. Mìræin njemó¾e tak wysoko spìwaæ ka¾ Bo¾ena.
28. Auch im Urlaub ist Sebastian sehr bescheiden -- mit einem Zelt und einem Fahrrad ist (er) im Lande unterwegs. 29. Der Sommer ist eine schöne Jahreszeit, weil es bereits morgens warm ist. 30. Sogar Andreas steht morgens zeitig auf, obwohl er sonst eher ein Langschläfer ist. 31. Nur Jana schlummert weiter unter dem weichen Federbett. 32. Leider ist die Lehrerin krank. 33. Deshalb eilt die kleine Elisabeth schon nach der dritten Stunde nach Hause und arbeitet zu Hause weiter. 34. Elisabeth schreibt sorbisch und deutsch und liest in einem interessanten Buch. 35. Aber ihr Bruder ist frech und faul. 36. Darum findet (er) auch keine (nicht) Freundin.
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