1. Bei der Beugung der mänlichen Hauptwörter ist zu beachten, daß das Sorbische zwischen Belebtem (Personen und Tiere) und Unbelebtem (Pflanzen und Dinge) unterscheidet. Der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen wird durch unterschiedliche Endungen im 4. Fall der Einzahl (akuzatiw singulara) gekennzeichnet. Bei den belebten männlichen Hauptwörtern gleicht der 4. Fall dem 2. (genitiw), z.B. zahroda nana ,der Garten des Vaters` (2. Fall), Jan nana wo³a ,Jan ruft den Vater` (4. Fall). Bei den unbelebten männlichen Hauptwörtern gleicht der 4. Fall dem 1. (nominatiw), z.B. to je spìw ,das ist ein Lied` (1. Fall), Jan spìwa spìw ,Jan singt ein Lied` (4. Fall).
2. Der 7. Fall, der Ruf"|fall (wokatiw), hat fast nur bei den männlichen Hauptwörtern eine besondere Endung, sonst ist er mit dem 1. Fall formgleich. Die Endung ist gewöhlich -o, in einigen Wörtern erscheint -e, vor dem der Mitlaut erweicht wird, z.B. hólèe von hólc ,Junge`, knje¾e von knjez ,Herr`, Pìtrje von Pìtr ,Peter`.
3. Im 6. Fall ist die häufigste Endung -e, vor der wie bei den weiblichen Hauptwörtern Mitlaute erweicht werden. Die andere Endung -u steht nach Zischlauten (syèawki), weichen Mitlauten und g stets, nach k, ch, h meistens, z.B. w hotelu ,im Hotel`, na puæu ,auf dem Weg`, w Hamburgu ,in Hamburg`, na boku ,auf der Seite`.
4. Einige Hauptwörter, die auf r, b, p, m, w enden, haben einen weichen Stamm, darunter alle Personenbezeichnungen auf -ar, z.B. pjekar m gen sg pjekarja Bäcker; njetopyr m gen sg njetopyrja Fledermaus; ho³b m gen sg ho³bja Taube; ko³p m gen sg ko³pja Schwan; Za³om m gen sg Za³omja Sohland; èerw m gen sg èerwja Wurm, Madeu. a.
Wir erhalten folgende Beugungsmuster:
| Zischlaut | hart (unbelebt) | weich (belebt) | hart (belebt) | |
|---|---|---|---|---|
| nom. | mìrc | ¹tom | njetopyr | nan |
| gen. | mìrca | ¹toma | njetopyrja | nana |
| dat. | mìrcej | ¹tomej | njetopyrjej | nanej |
| ak. | mìrc | ¹tom | njetopyrja | nana |
| ins. | z mìrcom | ze ¹tomom | z njetopyrjom | z nanom |
| lok. | w mìrcu | w ¹tomje | w njetopyrju | nanje |
| wok. | mìrco | ¹tomo | njetopyrje | nano |
5. chcyæ ,wollen` bildet die unregelmäßigen Gegenwartsformen chce ,(er, sie, es) will`, chcetej ,sie (zwei) wollen` und chced¼a ,sie (mehrere) wollen`. Bei diesem Zeitwort ist auch die Verneinung unregelmäßig, sie wird mit no- gebildet: nochce ,(er, sie, es) will nicht`, nochcetej ,sie (zwei) wollen nicht` und nochced¼a ,sie (mehrere) wollen nicht`. Das Zeitwort chcyæ (gesprochen cyæ) steht wie das deutsche wollen mit der Nennform des Verbs (infinitiw): Hanka chce (sprich: ce) bìhaæ ,Hanka will laufen`, Jana a Hil¾a nochcetej (sprich: nochcetej) èitaæ ,Jana und Elisabeth wollen nicht lesen`.
6. nic wird zur Verneinung eines Satzteils verwendet, z.B. Janka je tu, nic tam ,Janka ist hier, nicht dort`. Wird der ganze Satz verneint, so darf nic nicht verwendet werden, z.B. Janka njeje tu ,Janka ist nicht hier`.
7. dla ,wegen` steht im Sorbischen wie im Deutschen mit dem 2. Fall (genitiw) und wird meist nachgestellt, z.B. horcoty dla (oder auch dla horcoty) ,wegen der Hitze/der Hitze wegen`.
8. Das Verhältniswort (prepozicija) na ,auf` wird im Sorbischen auch in Verbindungen wie na sæìnje ,an der Wand` verwendet, bei denen im Deutschen nicht ,auf`, sondern ,an/am` steht.
mìrc m März; zyma adw kalt; dub m Eiche; d¼ìd m Großvater; wjeèor m Abend; pjekar m Bäcker; kru¹wa f Birne; kluè m Schlüssel; stwa dat sg stwì f Zimmer, Stube; hotel m Hotel; njetopyr m Fledermaus; puæ m Weg; ho³b m Taube; ko³p m Schwan; lìs m Wald; Jan m Johannes; apryl m April; chlìb m Brot; pøeæel m Freund ; hrib m Pilz; student m Student; ani konj weder, noch; d¼ìd m Großvater; maæerka f Mutter; chcyæ ip wollen; zo konj daß; pola +2. prep bei; wuhladaæ p erblicken; Za³om m Sohland; ca³ta f Brötchen; jeno¾ adw nur; Hil¾a f Elisabeth; ki¾ rel der, die, das; pøeco adw immer; kusaæ ip beißen; to³sty adj dick; wjace adw mehr; nalìtnik m März; jutrownik m April; Marka f Mariechen; dla +2. prep wegen; èerw m Wurm, Made; Hana f Anna; Hanka f Johanna; Jana f Jana; bjez +2. prep ohne; wosebity adj besonderer; wisaæ ip hängen ; pytaæ ip suchen; h³ódny adj hungrig; nic adw nicht; wjele adw viel; wuèer m Lehrer; strach m Angst
1. Jeho nan njerìka Mìræin, ale Pìtr. 2. W mìrcu je husto hi¹æe jara zyma. 3. To njeje dub, ani lipa, ale kru¹wina. 4. D¼ìd, wowka, nan a maæerka nochced¼a, zo Mìræin wjeèor pozd¼e hi¹æe w zahrod¼e d¼ì³a. 5. Nan da Pìtrej kluè za stwu w hotelu w Kamjencu. 6. Pola wuèerja wuhlada Pìtr njetopyrja a ko³pja w knize. 7. Pjekar w Za³omju nima ca³tu, ale jeno¾ hi¹æe chlìb. 8. Ho³bja æeta Hil¾a nima, ale ko³pja, ki¾ pøeco jeje kóèku kusa. 9. Pøeæel nanej pisa, zo w aprylu to³stu knihu wjace èitaæ nochce. 10. Stare serbske mjeno za mìrc je ,nalìtnik`, stare mjeno za apryl je ,jutrownik`. 11. Marka kru¹wu nochce èerwja dla, ki¾ je nutøka.
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12. Der alte Großvater ist im Haus und nicht im Garten, weil er mit dem kranken linken Bein nicht mehr viel laufen möchte. 13. An der grünen Linde hängt eine kleine, braune Fledermaus und schlummert. 14. Johannes arbeitet mit dem Vater und dem Großvater im Wald und sucht einen besonderen Pilz. 15. Der hungrige Student eilt zum Bäcker. 16. Der sorbische Name für Martin ist Mìræin. 17. Die kleine Johanna will die Birne nicht, denn sie hat Angst vor der Made. 18. Jana gibt dem Großvater ein Brötchen und ein Brot. 19. Auf der Eiche ist eine schwarze Katze und schaut Johannes an. 20. Im März möchte der Vater dem Großvater nicht schreiben, denn der Großvater ist in Sohland. 21. Die Studentin will keinen Kuß haben. 22. Johannes möchte nicht draußen im Garten arbeiten. 23. Der Großvater und die Großmutter möchten keine Kuh haben, sie wollen eine kleine Katze. 24. Jana, Peter und Martin wollen den Pilz nicht, denn er ist rot. 25. Die Großmutter und die Tochter wollen nicht singen.
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