1. Die Möglichkeitsform des Zeitwortes (konjunktiw) wird im Sorbischen mit der l-Form des Zeitwortes, die der Lernende bereits vom Perfekt her kennt, und einer speziellen Form des Zeitwortes byæ ,sein` gebildet. Die Formen lauten:
| Einzahl | Zweizahl | Mehrzahl | |
|---|---|---|---|
| 1. | bych èita³(a) | bychmoj èita³oj | bychmy èitali |
| 2. | by èita³(a) | by¹tej èita³oj | by¹æe èitali |
| 3. | by èita³(a) | by¹tej èita³oj | bychu èitali |
,Ich würde lesen` heißt demnach auf Sorbisch ja bych èita³, wenn es sich um einen männlichen Sprecher handelt, und ja bych èita³a, wenn e sich um eine weibliche Sprecherin handelt.
2. Das heutige Sorbische kennt nur eine Möglichkeitsform; ja bych èita³ kann somit -- je nach Zusammenhang -- als ,ich läse`, ,ich würde lesen` oder auch ,ich hätte gelesen` oder ,ich würde gelesen haben` übersetzt werden.
3. Die Möglichkeitsform wird im Sorbischen verwendet wie im Deutschen. Darüber hinaus tritt sie auf, wenn man einen Wunsch, eine Hoffnung oder Bitte ausdrückt, z. B.: Pro¹u æe, zo by pøi¹o³ ,ich bitte Dich zu kommen`.
4. Sorbische Familiennamen bilden mehrere Formen. Die gewöhnliche Form wie Nowak, ©ìrak, Krawc wird nur für Männer verwendet. Verheiratete Frauen erhalten die Endung -owa, also Nowakowa, ©ìrak\Red{owa, Krawcowa}. Diese Namen werden wie Eigenschaftswörter gebeugt. Unverheiratete Frauen erhalten die Endung -ec, also Nowakec, ©ìrak\Red{ec, Krawcec}. Diese Namensform kann auch für alle anderen Familienmitglieder und sogar für Hund und Katze verwendet werden, steht in diesem Falle aber stets vor dem Bezugswort, also Nowakec wowka ,Großmutter Nowak/Nowaks Großmutter`, ©ìrakec Handrij ,Andreas ©ìrak`, Krawcec psyk ,der Hund der Familie Schneider`.
5. Namen, die in der männlichen Form auf -a oder -ski enden, haben in der weiblichen Form die Endung ina oder -yna, der Mitlaut vor dem -a wird nach den bekannten Regeln erweicht.
| ©o³ta | --> | ©o³æina |
| Faska | --> | Fascyna |
| Salowski | --> | Salowscyna |
Die Namensform für unverheiratete Frauen dieses Typs endet auf -ec, wenn die Grundform auf $k,c+Selbstlaut$ endet, sonst auf -ic, also: Faskec, Salowsk\Red{ec}, aber: ©o³æic.
wutora f Dienstag; srjeda f Mittwoch; wudaæ so p heiraten (als Frau); zalubowaæ so p sich verlieben ; psyk m Hund; ¾iwy adj lebend, lebendig, lebhaft; pøejìæ p überfahren; hósæ m Gast; Francoska f Frankreich; wobhladaæ sej p ansehen, besichtigen; d¼ìl m Teil; de¹æowaæ so ip regnen; ©ìrak m Schierack (Familiennname); Nawka m Nauke (Familienname); lìkar m Arzt; pøezjedny adw einverstanden; æah m Zug, Eisenbahn; wotewzaæ p abholen; pokazaæ p zeigen; muzej m Museum; pøewjele adw zuviel; telewizor m Fernseher, Fernsehapperat; swjeæiæ ip feiern; krawc m Schneider ; bydlenje n Wohnung; prózdniny plt Ferien; nìkotry pron mancher; my pron wir; Handrij m Andreas ; wustajeñca f Ausstellung; ow intrj oh; pøenocowaæ p übernachten; wìc f Ding, Sache, Angelegenheit; Irena f Irene; wjeèer f Abendbrot; prózdniny plt Ferien; wostaæ p bleiben; nìkotre pron einige, paar; telewiziju hladaæ ip fernsehen
Serbski dom Haus der Sorben Serbski muzej Sorbisches Museum
12. Wärst Du einverstanden, wenn ich Dich vom Zug abholen würde? 13. Nein, das bin ich nicht. Könntest Du bitte bei Familie Nowak auf mich warten? 14. Andreas Noack würde mir nämlich noch das Haus der Sorben in Bautzen zeigen. 15. Aber das Haus der Sorben würde ich Dir doch auch zeigen! 16. Nein, ich wäre froh, wenn Du mir die neue Ausstellung im Sorbischen Museum zeigen würdest. 17. Ich würde mir gern noch andere Dinge ansehen, aber ich habe wenig Zeit. 18. Aber ich würde in den Ferien nach Bautzen kommen und ein paar Tage in Bautzen bleiben. 19. Schön, würdest Du dann bei mir wohnen? 20. Ich würde bei Familie Schneider übernachten, denn sie haben eine große Wohnung. 21. Wir würden gern Frau Irene Schneider und ihre Tochter, Maria Schneider, zum Abendbrot einladen. 22. Irena Schneider und Maria Schneider würden gern kommen, aber dann wäre der kranke Großvater der Familie Schneider allein zu Hause. 23. Oh, wenn doch schönes Wetter wäre, dann würden wir den 33. Geburtstag von Georg Nucks Frau im Garten feiern! 24. Wenn doch Frau Faßke nicht immer so viel arbeiten würde! 25. Der Vater könnte zwar auch dem Sohn einen Fernseher kaufen, aber er tut es nicht, denn sonst würde der Sohn zu viel fernsehen.
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