21. - Perfekt

1. Das Perfekt (perfekt) bringt wie im Deutschen zum Ausdruck, das eine Handlung zu dem Zeitpunkt, über den man spricht, bereits geschehen ist, z. B. wèera smy w mìsæe byli ,gestern sind wir in der Stadt gewesen`, jutøe sym to zaso zaby³ ,morgen habe ich das wieder vergessen`.

2. Das Perfekt ist wie im Deutschen eine zusammengesetzte Zeitwortform (analytiska werbalna forma). Sie besteht aus der Gegenwartsform des Hilfszeitworts byæ ,sein` und der sogenannten l-Form des Hauptzeitworts.

3. Die l-Form des Zeitworts wird von Zeitwörtern auf Selbstlaut + æ gebildet, indem man die Endung von der Nennform streicht und statt dessen die Endung der l-Form anfügt. In der Einzahl ist lautet die Endung bei männlichem Satzgegenstand (maskulinumowy subjekt), -³a bei weiblichem (femininumowy) und -³o bei sächlichem Satzgegenstand (neutrumowy subjekt), z. B. Hanka, sy ty tam by³a? -- Haj, ja sym tam by\Red{³a} ,Hanka, bist Du dort gewesen? -- Ja, ich bin dort gewesen.`, Mìræin je to powìda³ ,Martin hat das erzählt`, s³ónco je swìæi³o ,die Sonne hat geschienen`.

4. Endet die Nennform des Zeitwortes auf Mitlaut + æ oder auf c wie z. B. pjec ,backen`, wjesæ ,führen`, so bildet man die l-Form, indem man von der 1. Person der Einzahl der Gegenwart das -u am Ende streicht und dieselben Endungen anfügt wie bei den anderen Zeitwörtern, z. B.

pjeku ,ich backe` --> sym pjek³(a) ,ich habe gebacken`
wjedu ,ich führe` --> sym wjed³ ,ich habe geführt`

In der Zweizahl lautet die Endung -³oj und in der Mehrzahl -li (beachte das l), z. B. Handrij a Jana stej po zahrod¼e bìha³oj ,Andreas und Jana sind im Garten herumgelaufen`, studentki a studenæa su jara wjele pili ,die Studentinnen und Studenten haben sehr viel getrunken`.

5. Ferner erscheint in der Literatur für die Mehrzahl eine l-Form auf -³e, die Verwendung finden kann, wenn sie sich auf einen Satzgegenstand bezieht, der nicht in die Beseeltheitskategorie (siehe ) gehört.

6. Steht in der Nennform vor der Endung ein e, so wechselt es nach dem bekannten Muster mit a, z. B. rìèeæ, wón je rìèa³, wonej stej rìè\Red{a³oj, woni su rìèeli}.

7. Die l-Formen des Zeitworts hiæ ,gehen` lautet unregelmäßig ¹o³, ¹³a, ¹³o, ¹³oj, ¹li (¹³e). Wenn eine Vorsilbe hinzutritt, so wird in der Aussprache ein j eingeschoben, z. B. ist za¹³o wie zaj¹³o zu sprechen. Geschrieben wird dieses j nicht.

8. Die l-Formen des Zeitworts jìsæ ,essen` lautet unregelmäßig jìd³, jìd³a, jìd³o, jìd³oj, jìdli (jìd³e). Man präge sich die Unterschiede in den Beugungsmustern zwischen jìsæ ,essen` und jìæ ,fahren` gut ein.

9. Verschiedene Verhältniswörter können im Sorbischen mit mehr als nur einem Fall verbunden werden; ihre Bedeutung ändert sich dann. So bedeutet z. B. wo +4. prep um (es geht um etwas); wo +6. prep über (über etwas reden)

kino n Kino

Zwuèowanja/Übungen

Übersetze folgende Sätze!

1. Hana je wjele plicow jìd³a. 2. Wy sæe wèera jara pilni byli. 3. Wuèer je nìkotre hod¼iny wo adjektiwach a adwerbach rìèa³. 4. ©ulerjo su w ¹uli te¾ spìwali a rejowali. 5. Nan a d¼ìd stej so èera pøi d¼ìle womaza³oj. 6. Je wèera nìchtó do kina ¹o³? 7. Jeno¾ za Tebje sym tutón tykanc pjek³a. 8. Holca je jemu do³hi list pisa³a.

9. Bo¾ena hat heute ausgeschlafen. 10. Paul hat immer alles von mir abgeschrieben. 11. Mutter hat sich Erbeeren gekauft. 12. Hast Du die Zeitung schon durchgelesen? 13. Johanna und Maria sind gestern abends im Theater gewesen. 14. Unsere Tante hat so laut aufgeschrien, daß alle schnell ins Haus gelaufen sind. 15. Wir haben die Tante gefragt, warum sie so laut geschrien hat. 16. Die Tante hat in der Küche eine Maus erblickt - das war der Grund.

¹winc m Dachs; li¹ka f Fuchs; pasle plt Falle; popadnjeny adj gefangen; stró¾iæ so p erschrecken; mudry adj klug, weise; w¹itkón pron gen sg w¹itkeho jeder, alle; twojedla adw deinetwegen; wuhotowaæ p ausrichten, vorbereiten; mjaso n Fleisch; ju¹ka f Soße; ¹kla f gen sg ¹klì dat sg ¹klì Schüssel; korjeñ m Wurzel, Koreander; krasny adj herrlich, wunderbar; wonjeæ ip 3. sg wonja duften, riechen; najlub¹i adj Lieblings-, liebster; sam pron (wird wie tón gebeugt) gen sg samoho gen sg sameje allein, selbstwariæ ip kochen; drjebiæ ip brocken, bröckeln; mì¹eæ ip 1. sg mì¹am mischen, rühren; pancaæ ip panschen; wìd¼eæ ip 1. sg wìm 2. sg wì¹ 3. sg1. du wìmoj 2. du wìstej 3. du wìstej 1. pl wìmy 2. pl wìsæe 3. pl wìd¼a wissen; pomoc f Hilfe; ¾adaæ ip wünschen, verlangen; nìtk adw jetzt; pli¹ka f Bachstelze; mó¾ny adj möglich; ¾nì plt gen pl ¾njow Ernte; stworjenje n Geschöpf; wjeseliæ so ip sich freuen ; za¹æerèeæ p 1. sg za¹æerèu krächzen (kurz aufkrächzen); lìdma adw kaum; tehdy adw damals; starosæ f Sorge; nuza f Not; ¾iwjenje n Leben; zañæ p 1. sg zañdu vergehen

Zwuèowanja/Übungen

Übersetze:

17. ©winc a li¹ka (Handrij Zejler)

18. ©winc je li¹ku w paslach popadnjenu namaka³, so stró¾i³ a praji³: 19. ,,Aj, aj! Æeta Mudric, ¹to to rìka?`` 20. ,,W¹itko twojedla``, je li¹ka wotmo³wi³a, ,,sym tebi wulku hosæinu wuhotowa³a: d¼esaæ mjasow, d¼esaæ ju¹kow, a to w d¼esaæ ¹klach; 21. sym sebi be¾a³a po korjeñ, ki¾ tu w polu krasnje wonja, a nìtko, ka¾ wid¼i¹, sym popadnjena. 22. Njemó¾e¹ mi pomhaæ?`` 23. ,,Moja najlub¹a, wì¹ ty ¹to?`` je ¹winc rjek³, 24. ,,sama sy rìza³a,

pjek³a a wari³a,

sama sy drjebi³a,

mì¹a³a, panca³a,

korjeñ sej wìd¼a³a: 25. hdy¾ za to pomoc nje¾ada¹,

ju wìsæe nìtk te¾ njetrjeba¹!``

26. Die Lerche und die Bachstelze (Handrij Zejler)

27. ,,Wie ist das möglich, Lerche``, sagte die Bachstelze, 28. ,,du hast doch vor der Ernte so schön gesungen, daß ich alle Felder und die anderen Geschöpfe gefreut haben, und jetzt nach der Ernte krächzst du kaum?`` 29. ,,Ja, damals hatte ich Sorgen und Not um das Leben und die Jungen, aber jetzt ist das alles vergangen.``

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