1. Die dritte Person ist dem Lernenden bereits in Einzahl, Zweizahl und Mehrzahl geläufig. Fast alle übrigen Formen der Gegenwart werden gebildet, indem an den Gegenwartsstamm (formgleich mit der 3. Person Einzahl) die entsprechenden Endungen gehängt werden. Die 1. Person wird verwendet, wenn der Sprecher Teil des Satzgegenstandes ist, also im Deutschen ich, wir (beide) gebraucht werden. Die 2. Person wird verwendet, wenn der Angesprochene Teil des Satzgegenstandes ist (deutsch du, ihr (beide)).
2. Die Form der 1. Person der Einzahl wird in der a-Beugung gebildet, indem man die Endung -m an den Stamm hängt, z. B. pisa ,(er, sie, es) schreibt` --> pisam ,ich schreibe`, èita ,(er, sie, es) liest` --> èitam ,ich lese`. In der i-Beugung tritt die Endung -u an den Stamm ohne das auslautende -i, also praji ,(er, sie, es) sage` --> praju ,ich sage`, èini ,(er, sie, es) tut` --> èinju ,ich tue`. Vergleiche die Bildung der 3. Person der Mehrzahl . Die Veränderungen der Mitlaute sind die gleichen wie dort beschrieben.
3. In der a-Beugung wird nach weichen Mitlauten wie gewöhnlich das a vor weichen Mitlauten, also vor den Endungen der 2. Person der Einzahl, und der 2. und 3. Person der Mehrzahl in ein e verwandelt.
| mjetaæ | waleæ | èiniæ | prosyæ | |
|---|---|---|---|---|
| 1. sg. | mjetam | walam | èinju | pro¹u |
| 2. sg. | mjeta¹ | wale¹ | èini¹ | prosy¹ |
| 3. sg. | mjeta | wala | èini | prosy |
| 1. du. | mjetamoj | walamoj | èinimoj | prosymoj |
| 2. Du. | mjetatej | walatej | èinitej | prosytej |
| 3. du. | mjetatej | walatej | èinitej | prosytej |
| 1. pl. | mjetamy | walamy | èinimy | prosymy |
| 2. pl. | mjetaæe | walaæe | èiniæe | prosyæe |
| 3. pl. | mjetaja | waleja | èinja | pro¹a |
4. Die zugehörigen persönlichen Fürwörter sind ja pers ich; ty pers du ; wón pers er ; wona pers sie; wono pers es; wone pers es ; mój#1 pers wir (beide); wój pers ihr (beide), ; wonej pers sie (beide), ; my pers wir (mehrere), ; wy pers ihr (mehrere), ; woni pers sie; wone pers sie.
In der 3. Person der Mehrzahl wir woni für die sog. Beseeltheitskategorie (also männliche Personen) verwendet, sonst wone. Sie können gewöhnlich ausgelassen werden, da durch die Form des Zeitwortes die Person bereits bestimmt wird.
1. Ich bitte den Vater um Geld für Eis. 2. Du schenkst der Großmutter Blumen. 3. Ihr (beide) plappert die ganze Nacht lang. 4. Sie (z.B. die Frösche) quaken wirklich laut! 5. Wir (mehrere)lesen heute lange. 6. Ihr (mehrere) erfahrt etwas über Bautzen. 7. Wir (zwei) machen Urlaub. 8. Sie (beide) fliegen mit dem Flugzeug. 9. Wir (zwei) gehen gern in die Schule. 10. Sie (mehrere männl.Pers.) schlummern im Gras. 11. Sie (mehrere weibl. Pers.) rauchen schon wieder?
5. Unregelmäßig sind die Formen des Zeitworts byæ ,sein`:
| { } | Einzahl | Zweizahl | Mehrzahl | |
|---|---|---|---|---|
| 1. | sym | smój | smy | |
| 2. | sy | stej | sæe | |
| 3. | je | stej | su |
6. Die Formen der 2. Person Mehrzahl werden auch als Höflichkeitsformen verwendet. In diesem Fall wird das Pronomen großgeschrieben z. B. Sæe Wy doma? ,Sind Sie zu Hause?`
12. Ich bin Sorbe. 13. Bist Du Sorbe? 14. Ich bin kein Sorbe, sondern bin eine Sorbin! 15. Seid ihr (mehrere) naß? 16. Er ist im Garten. 17. Sie ist daheim. 18. Sie (mehrere weibliche Pers.) sind fort. 19. Sie (mehrere männliche Pers.) sind noch hier. 20. Wir (beide) sind unglücklich. 21. Aber warum sind sie (die beiden) denn unglücklich?
7. Die Formen der 2. Person Einzahl werden auch für allgemeine Aussagen verwendet, die ins Deutsche mit man zu übersetzen sind, z. B. za jedyn d¼eñ tajku to³stu knihu njepøeèita¹ ,in einem Tag liest man so ein dickes Buch nicht durch`.
8. Außer der Endung -tej existiert eine zweite Endung -taj, die verwendet werden kann, wenn von männlichen Personen die Rede ist. Der Lernende kann sich im aktiven Gebrauch jedoch auf die Endung -tej beschränken, ohne dabei unkorrekt zu sprechen oder zu schreiben.
hrozyæ ip drohen; podkowa f Hufeisen; zapoèinaæ ip anfangen; po³ny adj voll; konjenc m Pferdestall; twariæ ip bauen; susod m vok sg susod¼e vok sg susodo Nachbar; d¼iwaæ ip wundern; chudy adj arm; nad¼ija f Hoffnung; zajutøi¹im adw übermorgen; potom adw dann, danach; ¹twórty adj vierter; ¹tyri num vier; le¾eæ ip liegen; tola adw doch; kuntwora f Mücke; pøeæe¾ki adj zu schwer; ach intrj ach; æi¹æeæ 3. sg æi¹æi drücken; chud¼inka f Armselige; nìkotry dem mancher; è³owjek m nom pl è³owjekojo Mensch; hdy¾ kon wenn
22. Beuge die folgenden Zeitwörter mit dem zugehörigen Fürwort (pronomen): wotmo³wiæ, jìzd¼iæ, wotmo³wjeæ, pisaæ, wid¼eæ, hrozyæ
23. Podkowa (Handrij Zejler)
24. Chudy mu¾, ki¾ ma jeno¾ ma³u chì¾u, chod¼i po dróze a namaka podkowu. 25. Doma zapoèina sebi po³ny wjesela wulki konjenc twariæ. 26. To jeho susoda d¼iwa, a wón praji: 27. ,,Èehodla wulki konjenc twari¹? 28. Ma¹ ty nìtko hi¾o konja, ki¾ mó¾e tam w konjencu staæ?`` 29. ,,To drje nic``, wotmo³wi chudy mu¾ po³ny wjeso³eje nad¼ije. 30. ,,Ale podkowu mam, a snano jutøe hi¹æe druhu namakam, a zajutøi¹im tøeæu, a potom te¾ hi¹æe ¹twórtu!`` 31. ,,A ¹to èini¹ ze ¹tyrjomi podkowami? 32. Le¾a wone potom w konjencu?`` 33. ,,Ach, ty h³upako``, wotmo³wi druhi, ,,ja tola snano k podkowam te¾ hi¹æe konja namakam!``
34. Die Mücke und der Hirsch (Handrij Zeljer)
35. Einst sitzt eine Mücke auf einem Hirsch und sagt: 36. ,,Lieber Hirsch, bin ich auch nicht zu schwer und drücke ich nicht?`` 37. ,,Ach, (du) Armselige, bist du auch hier?`` antwortet der Hirsch 38. Wie mit der Mücke, so ist es auch mit manchen Menschen. 39. Solch einen Menschen sieht man nicht, wenn er nichts sagt.
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