1. Die Eigenschaftswörter (adjektiwy) werden in der Zweizahl stets gleich gebeugt, einerlei, ob sie sich auf ein männliches, weibliches oder sächliches Hauptwort beziehen. Gehört jedoch das Bezugswort zur Beseeltheitskategorie (kategorija muskowosobowosæe), so gleicht auch beim Eigenschaftswort die Form des 4. Falls (akuzatiw) der des 2. Falls (genitiw), so daß es heißt: Jana wid¼i starej konjej ,,Jana sieht (zwei) alte Pferde``, aber Jana wid¼i stareju nanow ,,Jana sieht (zwei) alte Väter``.
2. Harte und weiche Eigenschaftswörter unterscheiden sich in den Endungen wie in der Einzahl darin, daß das weiche Eigenschaftswort ein i hat, wo das harte ein y aufweist.
| hart | weich | |
|---|---|---|
| nom. | starej | tunjej |
| gen. | stareju | tunjeju |
| dat. | starymaj | tunimaj |
| ak. | starej/stareju | tunjej/tunjeju |
| ins. | ze starymaj | z tunimaj |
| lok. | na starymaj | na tunimaj |
3. Im 1. Fall (nominatiw) finden wir neben der Endung -ej auch eine Endung -aj, die wahlweise statt -ej verwendet wird, wenn das Bezugswort in die Beseeltheitskategorie gehört (in älteren Texten auch bei anderen männlichen Substantiven). Der Lernende kann sich jedoch im aktiven Gebrauch getrost auf die Endung -ej beschränken, ohne dabei unkorrekt zu sprechen oder zu schreiben.
4. Da durch die Zweizahl bereits feststeht, von wieviel Gegenständen die Rede ist, ist die Verwendung des Zahlwortes für zwei meist nicht notwendig, außer um der Zahl besonderen Nachdruck zu verleihen. Viele Sprecher verwenden sie jedoch zusätzlich.
| beseelt | männl. unbeseelt | weibl./sächl. | |
|---|---|---|---|
| nom. | dwaj | dwaj | dwì |
| gen. | dweju | dweju | dweju |
| dat. | dwìmaj | dwìmaj | dwìmaj |
| ak. | dweju | dwaj | dwì |
| ins. | z dwìmaj | z dwìmaj | z dwìmaj |
| lok. | na dwìmaj | na dwìmaj | na dwìmaj |
5. Genau wie dwaj, dwì ,zwei` wird auch wobaj, wobì ,beide` gebeugt, also wobaj/wobì, wobeju, wobìmaj, wobaj/wobì, z wobìmaj, na wobìmaj.
6. Anmerkung: Der Dual wird zur Bezeichnung paariger Kleidungsgegenstände gewöhlich nicht verwendet, es sei denn, es handelt sich nicht um ein Paar, z.B. Jan ma (dwaj) lìwej èrijej ,,Jan hat zwei linke Schuhe``.
7. Das Hauptwort star¹ej ,Eltern` wird wie ein Eigenschaftswort gebeugt.
8. Im verneinten Satz steht nach nièo ,nichts`, nichtó ,niemand`, nihd¼e ,nirgends`, nikak ,auf keine Weise`, nihdy ,nie`, ¾enje ,nie` stets die verneinte Verbform, also z. B. nichtó z Hil¾u nihdy njerìèi ,niemand spricht je mit Elisabeth` (wörtl. ,niemand spricht niemals nicht mit Elisabeth`).
chod¼iæ ip gehen, herumgehen; pìstowarnja f Kindergarten; ¹ula f Schule; dwaj num zwei; d¼eñ m nom du dnaj nom du dnjej gen du dnjow dat du dnjomaj Tag; star¹ej m Eltern; nimo adw vorbei, vorüber; Leñka f Helene; nièo neg nichts; bohaty adj reich; nichtó neg niemand; nuznik m Toilette; tuni adj billig; køes³o n Sessel; sed¼eæ ip sitzen; tajki dem so ein, solch; èiniæ ip tun, machen; zbo¾owny adj glücklich; dejiæ ip melken; syno n Heu; s³od¼eæ ip 3. sg s³od¼i schmecken; znaty adj bekannt, Bekannter; nadobo adw plötzlich; bruny adj braun; kóñ m Pferd; jìchaæ ip reiten; mu¾ m Mann; drje adw zwar, wohl; wid¼eæ ip 3. sg wid¼i sehen; dariæ p schenken
1. M³odej hólcaj hi¹æe njechod¼itej do ¹ule, ale do pìstowarnje. 2. Za dwaj dnaj (dnjej) je rjany dowol lubeju star¹eju nimo. 3. Maæerka a d¼owka Leñka dundatej do³ho po wulkim mìsæe. 4. Wonej kupitej rjanej woblekaj za nana, zelenu suknju za Leñku a bì³ej ko¹li za maæerku 5. Jeno¾ za æetu Hil¾u nièo njekupitej, dokel¾ je æeta Hil¾a jara bohata a ma samo dwì awæe. 6. Nichtó pola star¹eju njekuri. 7. Ale starej synaj wot æety Hil¾e husto z pøeæelkomaj kuritej. 8. Na tunimaj køes³omaj njemó¾e wowka sed¼eæ, dokel¾ ma køiwy chribjet 9. Hil¾a praji star¹imaj: ,,Tu stej nowej knize.`` 10. Tajke d¼ì³o èini d¼ìd pøeco z dwìmaj rukomaj.
11. Jan kann nicht den Eltern im Garten helfen, weil er zwei linke Hände hat. 12. Der Großvater und der Onkel schenken dem fleißigen Martin (die beiden) glücklichen Kühe. 13. Jeden Tag melkt er die schönen Kühe, gibt den Kühen frisches Gras, grünen Klee, Löwenzahn und Heu. 14. Das schmeckt den glücklichen Kühen. 15. Sebastian erblickt (zwei) alte Bekannte. 16. An der Tafel stehen zwei deutsche Sätze, aber in beiden Sätzen ist ein grober Fehler 17. Plötzlich erblickt Agnes auf der grünen Wiese zwei braune Pferde, und auf den (zwei) Pferden reiten (zwei) junge Männer. 18. Agnes schaut zwar auf die jungen Männer, aber sie sieht nicht, daß es Sebastian und Martin sind.
Vorige Lektion Nächste Lektion Deutsch-sorbisches Wörterbuch Sorbisch-deutsches Wörterbuch Inhalt